Dienstag, 10. Februar 2009

Die Klinge

Alleine zu sein, egal wie viele um einem herum sind. Das widerlichste Gefühl auf dieser Welt. Sich selbst zu befehlen, einen Schritt zu gehen, weil man seine Beine nicht spürt und sie nur mit immenser Willenskraft bewegen kann. Die Hölle auf Erden zu erleben, zu durchleben. Immer mit einer Art Schleier unterwegs zu sein, durch den kein freundlicher Sonnensstrahl dringen kann. Alles immer nur als dunkel und düster wahrzunehmen. Ständig diese furchtbare Müdigkeit, weil es schon so verdammt viel Energie kostet, aus dem Bett zu kommen. Geisel seiner Gedanken zu sein, die dir so unmögliche Sachen befehlen. Jeden einzelnen Tag deines Lebens um dein Überleben zu kämpfen, einen Kampf, den nur du alleine führen kannst und musst, einen Kampf gegen dich selbst, gegen deine Krankheit. Nur dann in der Lage zu sein, dich selbst zu spüren, nur dann einen Moment des Glücks zu fühlen, einen Moment der Erleichterung und der Befreiung, einen Moment der Entspannung. Diesen Moment zu erleben, der dir beweist, dass du lebst und nicht schon tot bist, diesen Moment zu erleben, der dir unendlichen Erfüllung bedeutet. Und dann auf deinen Arm, dein Bein oder deinen Bauch herunter zu sehen und dein Blut zu sehen, das einzige Gefühl, dass du noch wahrnimmst, das Fließen deines eigenen Blutes. Du fängst an das Blut zu riechen und du schaust ihm einfach zu, wie es sich seinen Weg hinunter bannt. Du betrachtest dann die Klinge in deiner Hand, auch sie ist blutverschmiert. Sie ist deine beste Freundin, SIE ist da, wenn du sie brauchst, SIE ist immer da, und zwar nur für dich, du hast keine Konkurrenz, denn die Klinge, sie gehört dir und sie gehört ZU dir. Sie verschafft dir einen Augenblick unglaublicher Erfüllung, einfach ein gutes Gefühl. Sie versteht dich, du musst ihr nicht erklären, wieso du das tust, denn sie versteht. Manchmal ruft sie nach dir und du kannst nicht anders, als zu ihr zu gehen und sie zu benützen, denn sie ist ja deine beste und treuste Freundin, sie ist immer da und du tust alles, damit sie ja nie wieder weggeht, damit sie dich nicht verlässt. Du willst sie und du brauchst sie und das weiß sie, sie hat eine ungeheure Macht über dich, aber das ist egal, denn sie will dir ja eh nur Gutes. Sie ist die einzige deiner Freunde, die dir hilft, denn sie tut was gegen diese Betäubung, die in dir ist und in der du bist. Deine anderen Freunde, sie können das nicht tun, sie können dich nicht fühlen lassen, die Klinge schon und sie weiß genau, wann du das brauchst und wie viel du davon brauchst und du musst absolut gar nichts mehr tun, denn sie tut es für dich, du musst nur geschehen lassen, sie verlangt nichts für ihre Dienste, nur eine einzige Sache und zwar, dass du sie nicht mehr verlässt, du musst ihr ewige Treue schwören, das tust du aber mit Leichtigkeit, denn du weißt, dass die Klinge dir niemals Böses antun würde, sie will dir nur helfen und für dich da sein und sie hilft dir wirklich und ist wirklich für dich da, egal an welchem Tag der Woche und zu welcher Zeit. Sie ist immer da, einfach immer!!! Nur irgendwann wird sie dich umbringen, du wei0t das, aber du kannst trotzdem nicht aufhören sie zu lieben!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen